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Reparatur: Kupplungszylinder



Da mit der herbstlichen Kühle scheinbar die Gummiteile meines 109ers spröder werden, hat die Dichtungs des Kupplungsgeberzylinder (Clutch Master Cylinder) leider angefangen zu rinnen - und ich hatte einen höheren Hydraulikflüssigkeitsverbrauch als Öl oder Benzin ;-)

Ok - Teile bestellt (www.landyspares.net) - einen Tag spätere Teile gekommen (Danke Peter) - einen Tag später Teile einbauen - zum Glück haben wir am 26. Oktober Staatsfeiertag :D



Hier mal die Vorgehensweise in Kurzfassung:
  1. Dreckschutz (Mud screen) entfernen.
  2. Kotflügel loschrauben und leicht zur Seite geben - Elektrik muß nicht abgesteckt werden
  3. Kupplungs-Rückhol Feder aushängen (Fußraum)
  4. Hydraulikleitung in Richtung Nehmerzylinder abschrauben (Details gibts später)
  5. Kupplungszylinder samt Pedal vom Bulkhead abschrauben
  6. Deckel öffnen, Zylinder lösen und ausbauen
  7. Neuer Zylinder rein. Schrauben einstellen
  8. Deckel zu
  9. Pedal, Zylinder, etc. wieder einbauen
  10. Hydraulikleitung anschließen
  11. Flüssigkeit zugeben - entlüften.
  12. Kotflügel anbauen
  13. Dreckschutz anbauen
So die Theorie - nun zur Praxis. Auto nach Möglichkeit vor der Reparatur nicht bewegen - ansonsten verbrennt man sich die Finger am Auspuff. Abbau von Mudscreen und Kotflügel geht eigentlich prima von statten. Mit einem Seil läst sich der Kotflügel so auf der Seite befestigen, daß er kaum stört und die Elektrik dran bleiben kann. DIE HYDRAULIKLEITUNG kostete mich an die 2 Stunden: Wärme, WD40, Feile um den Kopf wieder eckig zu bekommen, Engländer, 13,12,11er Schlüssel, Wärme, WD40, Kälte, etc. etc. etc. 2 Stunden später - ich bin kurz davor zu Gewalt zu neigen: KLACK! Mutter löst sich. Ausbau des alten Zylinder easy, neuer Zylinder rein - neu einstellen problemlos - wenn auch nicht 100% nach dem Handbuch.

Da fällt mein Blick auf die "Steering Box" - Öl, Öl, Öl. Ok - ein Blick da rein kann nicht schaden. 4 Schrauben auf, etwas mechanische Manipulation (Hammer, Schraubenzieher, Hebelgesetz) und der Deckel öffnet sich. Ein kleiner Rest an Öl ergießt sich über den Boden... Die Mechanik sieht trotzdem recht gut aus, alles mal etwas reinigen - mehr will ich eingentlich nicht machen. An Stelle der Papierdichtung verwende ich diese Locktit - Silikon - Zeugs. Macht ein wenig Sauerei - scheint aber gut zu dichten. Deckel soll wieder rauf - das ist eine kleine Geschicklichkeitsübung, will doch der "Roller for main nut" in die Nut des Deckels buxiert werden. Dichtung etwas trocknen lassen... Aber es gibt ja noch anderes zu tun:

Da die allgemeine Empfehlung beim Tausch des Masterzylinders auch den Tausch den Slaves und des dazugehörigen Verbindungsschlauches empfiehlt, befolgt der brave Landyschrauber auch dieses. Auch hier erweist sich das Öffnen des Schlauches als größte Herausforderung, geht aber mit nur 1/2 Stunde Zeitaufwand viel schneller von statten, als das andere Ende. Das lösen des Slavezylinders ist unter dem Auto liegend alleine Quasi unmöglich - es sei denn man verfügt über mindestens 3 Arme. Hier ein Dank an Bruno, der mir 2 weitere geschickte Hände geliehen hat.

Dann gleich den neuen Slave mit neuem Schlauch rein und anschließen. Geht zu 2. sehr flott!! Ok jetzt noch das System entlüften. Flüssigkeit rein, 3,4 mal gepumpt und schon spritzt die Flüssigkeit quer durch den Landy - noch mal "schön" nachentlüften und gut ist - perfektes Kupplungsverhalten inkludiert!

Da alles prima funktioniert, die Kupplung sauber trennt, die Lenkdichtung trocken ist, alles noch schön auf Soll-Level befüllen. Kotflügel wieder rann, Mudscreen rauffummeln - und 7 Stunden später ist mein 109er wieder fahrbereit - und für mich wird`s Zeit unter die Dusche zu kommen. Um 8 Uhr wollen wir uns ja mit dem Landy auf den Weg machen, um unsere Freunde aufzusammeln und aufs Clawfinger Konzert zu pilgern, die sich im Conrad Sohm das Stelldichein geben.

Hier noch der Verweis auf die Reparaturanleitungen im Downloadbereich - da findet sich die vollführte Reparatur auch noch detailiert auf Seite 33-1...

Einen schönen Abend also noch - M.



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