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... China ist Geschichte.
Reisebericht - 4. Teil |
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Weisheit des Tages:
Es gibt nichts zu tun. Fangen wir an.
Wetterbericht:
Sonnenschein - Temperatur ca. 34°C - Verhältnismäßig gute Fernsicht (man sieht mehrere Kilometer!)
Vorgestern nach Mittag kräftige Schauer - am Abend klarte es auf. Seither Sonnenschein und steigende Temperaturen.

Die Details:
Nachdem ich jetzt 2 Tage gearbeitet habe - bzw. zumindest auf meinem Venue anwesend - habe ich jetzt 2 Tage frei, um mich vom nichts tun zu erholen. Da ich aber gestern auch schon um 11 Uhr von der Arbeit nach Hause kam und sich unser chinesischer Assistent als Stadtführer anbot, nutzten wir die Gelegenheit zum Sightseeing. Das "Palace Museum" - so die offizielle Bezeichung der Verbotenen Stadt - steht noch auf dem Programm - da benötigt man aber angeblich einen Tag um sich alles anzuschauen - dafür wollten wir uns den "Tempel of Heaven Park" ( http://de.wikipedia.org/wiki/Himmelstempel ) mit der "Hall of Prayer for Good Harvest" anschauen. Für so ein Vorhaben muss man sich ordentlich stärken, denn obwohl diese Anlage wesentlich kleiner ist, als die Tempelstadt, so hat sie immer noch ordentliche Ausdehnungen. Daher führten uns unsere "Lokal" bewanderten einheimischen Begleiter in ein wahrlich chinesisches Lokal. Hier erkennt man dann den feinen unterschied zwischen "authentisch" und "Kitsch" wie man ihn bei uns zum Sehen bekommt. Trotzdem: gewisse Dinge sind fast Naturkonstanten und so wurde eine "Peking Duck" bestellt: hier gibt sie sie als eines der wenigen Dinge im Original. Da wird dann auch gleich die ganze Ente geliefert und am Nebentisch vor den Augen der hungrig wartenden Gäste zerlegt und dann endlich serviert - inclusive Kopf. Nach dem Essen gings dann in die Parkanlage. Da auch in China am Samstag und Sonntag nicht gearbeitet wird, gehen die Menschen hierzulande in die Parks und singen und tanzen - ein eigentümliches Erlebnis: Gruppen zwischen 5 und 100 Menschen singen zusammen - vom Operngesang bis zum Volkslied - dazwischen tanzen sie, teilweise auch in traditionellen Gewändern. In anderen Ecken des Parks genießen sie auch einfach das Wetter und den freien Tag im Schatten einer Laube oder der Bäume. Dies gilt vor allem für den 1. Ring - je weiter wir in die Palastanlage vordringen, desto ruhiger wird es in den Parkanlagen. Der Rosenpark wird seinem Namen gerecht - der Park der 100 Blumen nicht. Spätestens bei den 3 Kernsehenswürdigkeiten ist man dann zusammen mit den anderen Touristen "allein": die Echowand, die Halle des Erntegebets und dem "Circular Mound" Altar. Etwas abseits und daher recht ruhig die Fastenhalle. Hier stören nur noch unsere 2 chinesischen Begleiter: In einem sich endlos ergießenden Wortschwall plappern die Beiden lautstark dahin und stören die ansonsten perfekte Ruhe, die nur von leiser Musik (könnte klassisch chinesisch sein und passt zum Rahmen) und Vogelgetzwischer umrundet wird. Nebenbei benehme ich mich wie ein japanischer Tourist in Wien: es wird drauf los fotografiert, was die Kamera hält. Wie sonst sollen so viele Impressionen sonst verarbeitet werden, als quasi zwischengespeichert und zur ruhigen Betrachtung aufbewahrt. Was uns aufgefallen ist: die Parks sind in großen Teilen nicht von Überwachungskameras durchzogen und stellen somit vermutlich einen der größten überwachungsfreien Bereich Pekings dar. Auch die ansonsten stets präsente Staatsmacht findet man hier auch nur bei den Hauptballungszentren - in den ruhigen Bereichen findet man keine Polizei bzw. Security. Nach mehreren Stunden im Park sind wir dann doch leicht erschöpft, da die Temperaturen noch leicht zugenommen haben und die Chinesen noch nicht entdeckt haben, wie leicht man hier Touristen das Geld aus der Tasche locken könnte. Immerhin an einem Platz mit einem Souvenirstand, einem Kiosk und einem Kaffee entschließen wir uns einen Latte Macchiato zu trinken. Die zwei beinahe italienischen Getränke aus Plastikbechern schlagen mit 80 RömmelBömmel - wie wir die Währung nennen - zu Buche, was umgerechnet immerhin 8 € sind. Zur Erinnerung das ausgiebige Mittagessen für 4 Personen mit Getränken hat gerade mal 119 RMB gekostet. Ein wenig Marktwirtschaft muss sein! Wir genießen den Kaffee trotzdem - er ist der Beste denn wir hier bisher zu kaufen bekommen haben, in unserem Appartement verwöhnt uns ja eine kleine Espressokanne.
Im Anschluss an die Parktour sind wir dann noch zum Perlenmarkt. Wie der Name schon sagt, werden hier Perlen gehandelt. Zumindest im Keller. Da findet man Perlen-Kitsch und echte Perlen. In den oberen Stockwerken gibt es Dinge die die Welt nicht braucht. Vom Mao Tse Dung T-Shirt, über die Roter-Stern-Pelzkappe a'la Russland, bis zum blinkenden Schlüsselanhänger. Ich hätte ja gerne einen Hut als Sonnenschutz gekauft, aber auf meine Kopfgröße sind die armen Chinesen leider nicht vorbereitet. Also muss ich wohl doch noch zum "Silk Market", der auch den Beinamen "Copy" bzw. "Fake" Market trägt.
Da wir heute Sonntag haben, kann ich mich auf Grund der Menschenmengen nicht dazu entschliessen, die verbotene Stadt zu besichtigen. Ich denke, das kann bis morgen warten. Dafür würde ich gerne einen kleinen Ausflug mit dem Fahrrad, das Dominik erstanden hat machen. Da wir schon wieder 1 haben wird es auch langsam Zeit, aus der Wohnung zu kommen...
So jetzt fehlen noch die ganzen Sightseeing Fotos - ich schau mal, ob ich die wohl leicht online stellen kann. Ansonsten wird das über den Anhang etwas lästig....
Nie hau - Moses
Letzte Änderung: 05.08.2008 um 09:35 von Moses
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