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... China ist Geschichte.
Reisebericht - 5. Teil |
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Weisheit des Tages:
Viele Wege führen durch die Verbotene Stadt
Wetterbericht:
Smog - Temperatur ca. 35°C - Luftfeuchtigkeit sehr hoch.
Nach 2 Tagen Sonnenschein schlägt der Smog zurück.
Die Details:
Wer der chinesischen Propaganda glaubt, werde seelig. Aber auch die ORF Berichte von wegen der Smog in Peking sei nach ein oder zwei Regentagen weg, kann ich aus der Ferne nicht bestätigen. O.k. - wir hatten 2 Tage gutes Wetter - aber spätestens gestern hatte uns der Smog wieder. Die Sicht ist auf 50 Meter bereits beeinträchtigt, was bedeutet, daß ich beinahe jedes Foto mit Photoshop nachbearbeiten darf, damit die Kontraste augenfreundlich sind. Wenn die Chinesen behaupten, daß die Dunstglocke wohl auch zu einem hohen Anteil aus Luftfeuchtigkeit besteht, so mag das richtig sein - gestern war es auf jeden Fall nur schwül. Aber auch die Feinstaubbelastung soll über den international anerkannten Grenzwerten liegen. Was man dem Smog hier zu gunste halten muß: er ist geruchsneutral. Da die jetztigen Restriktionen im Verkehr schon eingehalten werden - an geraden Tagen fahren nur Autos mit geraden Nummern, an ungeraden umgekehrt, ausgenommen Taxis, Busse, Bonzen, Polizei, Olympia akkreditierte Fahrzeuge, Fahrzeuge ohne Nummerntafeln,... - wird über weitere Verschärfungen gesprochen. Angeblich sollen auch in der Nachbarstadt ähnliche Verbote gelten, mehrere Kohlkraftwerke sollen vom Netz genommen werden, verschieden Industriebetriebe sollen die Produktion einstellen und in Peking sollen nur noch Autos fahren dürfen deren letzten beiden Ziffern auf der Nummerntafel dem Tagesdatum entspricht! In Mitteleuropa wäre so etwas wohl schwer durchsetzbar, hier vermutlich ohne Probleme, da die Strafen entsprechend sind: beim Ersten vergehen kommt man mit einigen hundert RNB davon, beim Zweiten mal sind an die 9000 RNB fällig (900 €) - beim Dritten mal droht angeblich ein Aufenthalt im chinesischen Gefängnis. Erzählte uns zumindest unsere chinesischer Assistent.
Überwacht wird das Ganze von den allgegenwärtigen Kameras. Wer glaubt, in Großbritannien beobachtet zu werden, der soll einmal den Aufenthalt in Peking genießen. Die (vermutlich) erste Kamera am Morgen ist im Hausflur und von da an ist man stets beobachtet: Verkehrskameras, Überwachungskameras in den U-Bahn Stationen, in der Zügen, in den Parks, in der verbotenen Stadt. All diese Signale werden zusammengeführt und von einer Software ausgewertet: die Nummerntafel um das Fahrverbot zu überwachen, angeblich soll auch eine Gesichtserkennungssoftware am Werk sein und damit die Bewegungsströme zu analysieren. Und dazu ein vielschichtiger Polizei- und Sicherheitsapperat: von der Nachbarschafts-Kontrolle, Verkehrslotsen, über Security Mitarbeiter, Strassenpolizei, örtliche Polizei, die bewaffnete Polizei, Sondereinheiten der Polizei und das Militär. Daneben wird es vermutlich noch die eine oder andere Form des Geheimdienstes geben. Wer sich bei all diesem Schutz nicht sicher fühlt.....
Da ich gestern auch noch frei hatte und in unserem Neubaublock um 8 Uhr der Baustellenlärm losgeht, war ich so recht früh auf und nach einem gemütlichen Frühstück (echter Espresso, echter Orangensaft, echtes Joghurt, chinesische Muffins) nahm ich den Weg zur Verbotenen Stadt auf mich. Bereits an der Haustür wird klar: dieser Tag ist warm. Mit der U-Bahn komme ich direkt zur Station "Tian' anmen East" und komme direkt an der Ecke des ganzen Areals zurück an die Oberfläche (wo es noch wärmer geworden ist). Auf der rechten Seite befindet sich der Tiananmen Platz (bekannt von den Unruhen), die "Hall of the People" und das Nationale historische Museum. Links befindet sich bereits der erste Ring, der die verbotene Stadt mit einem Wassergraben und einer imposanten Mauer umgibt. Vorbei an der oben erwähnten Kombination aus Security/Polizei/Militär gelangt man unter dem Blick von Mao in das Innere der Anlage und ist auf Anhieb enttäuscht: Kiosks, ein Parkplatz, eine Kehrmaschine, ein Basketballplatz für die hier stationierten Militäreinheiten, etc. etc. Kann sich das jemand in Schönbrunn vorstellen?? Trotzdem Gehe ich auf das nächste Tor zu, vor dem sich noch eine große Baustelle - oder ein Abladeplatz für alte Baugerüste - befindet. Ab hier benötigt man eine Eintrittskarte und wieder schlägt das unkreative Beamtendenken zu. Eigentlich soll unsere olympische Akkreditierung als Eintrittskarte für alle Museen usw. dienen. Aber: da mein Pass etwas von der kopierten Vorlage abweicht (die alle möglichen Akkreditierungsformen auf einer Karte zeigt - was niemand - incl. Herr Rogge haben wird) muß ich trotzdem den Eintritt zahlen - who cares.
Was jetzt kommt kann man nur selber erleben: es folgen eine scheinbar nicht endende Anzahl von Toren, Palästen, Tempeln, ... Nach 2 Stunden ist man am Nordende der Anlage im "Imperial Garten" angekommen. Jetzt hat man aber erst die Hauptgebäude entlang der Hauptachse von Süd nach Nord gesehen. Nicht jedoch die Nebentempel und Gebäude links und rechts davon. Auf dem Rückweg gehe ich durch einige dieser Räume, in denen sich Ausstellungen befinden (Vasen, Spiegel, Uhren,....). Im gesamten soll die Anlage 9999-1/2 Räume haben - nur der Himmel hat 10.000 Räume, ich denke ich habe in den 4 Stunden die ich in der verbotenen Stadt war vielleicht 100 gesehen - also 1%!!!!!
Die Wikipedia gibt dem interessierten Leser mehr Infos: de.wikipedia.org oder en.wikipedia.org. Ein paar Fotos findet ihr online. Eine gute Übersicht und mehr Fotos bietet Google Maps.
Nachdem ich die verbotene Stadt verlassen habe, ging ich noch auf den Tiananmen Platz um einen Blick auf die angrenzenden Gebäude zu bekommen. Dann gings noch zu Fuß zum "National Theater" mit dem Spitznamen "Das Ei". Wer das Gebäude sieht, erahnt warum. Leider wurde das Theater weiträumig abgesperrt und so konnte ich leider nur aus der Ferne ein paar Fotos machen. Mit der Zeit die ich eigentlich fürs Theater geplant hatte wusste ich gleich was anzufangen: Da ich nun schon in der Nähe des "Silk Markets" war kühlte ich mich auf der U-Bahn Fahrt noch etwas ab um mich ins Einkaufsgetümmel zu werfen. "Mistel, Mistel wonna bei a T-Shirt" "Hello my Friend, need a Hat" "Suit - just 30 RNB" "Need Jeans" "Hello my friend" "Wanna Jacket?"..... Auf 2 Etagen reiht sich Shop an Shop auf, jeder gefüllt mit Kleidung vom Turnschuh bis zum Anzug. Dolce & Gabbana, Levis, Mammut, Nike, Adidas. Was das Herz begehrt. Der Preis? Verhandlungssache. Wichtig: Seeehr tief anfangen. Ich bin zu hoch hinein, wie ich hinterher feststellen mußte. Trotzdem 220 RNB für ein Windstopper Jacket und ein Shirt aus "Fast Dry" Stoff...............
So. Da ich ja auf der Arbeit bin sollte ich jetzt mal was tun. A) kommt gleich mal Bruno vorbei und bringt uns etwas Material und B) ist bald mal Mittag. Den Text gibts trotzdem erst am Abend, da ich dann erst online bin. Am Nachmittag muß ich noch ein Problem lösen: wie komme ich zur Chinesichen Mauer, die sich ca. 2 Autostunden von Peking entfernt befindet! Ich weiß - das sind Probleme! ;-)
Nie hau - Moses
Letzte Änderung: 05.08.2008 um 11:05 von Moses
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