NEWS...
... China ist Geschichte.
Reisebericht - 6. Teil Nachtrag |
![]() |
| News >> Moses |
Weisheit des Tages:
Vorher speichern ist besser
Wetterbericht:
Etwas Sonne im Smog - Warm
Die Details:
Jetzt nehme ich den 2. Anlauf, diesen Bericht zu schreiben, dafür wird er etwas kürzer, da die Eindrücke nicht mehr so frisch sind. Beim ersten Versuch habe ich ja nach ca. 1 Stunde die falsche Taste gedrückt und der Text war weg. Handeln hätte er von meiner Fahrradtour durch Peking sollen: Mit Dominiks Radel bin ich in Richtung "Summer Palace" gefahren und dabei konnte ich erleben, wieviele verschiedene Gesichter diese Stadt hat. Den Anfangspunkt der Tour bildete logischerweise unsere Wohnanlage, die recht neu ist und vermutlich mittelständischen Familien als Heimat dient. Zuerst fuhr ich entlang der Verbindungsautobahn zwischen den Ringen in Richtung Osten. Auf der anderen Seite der Strasse werden die Häuser baufälliger bzw. teilweise einfach noch nicht fertig. Die Wohnblocks zur Linken sind dann auch schon etwas älter. Nach ein paar Kilometer biege in Richtung Norden ab, was mich näher ans Zentrum führt. Damit steigt auch die Zahl der neueren Gebäude und geht dann in moderne Pekinger Skyline über. Hier steht auch der Linglong Tower - der Fernsehturm von CCTV.
Dann komme ich zum Kanal - der scheinbar keinen Namen hat, oder einfach zu unbekannt ist, als ob ihn jemand kennen würde. Das Gewässer wird von einem breiten Grüngürtel gesäumt, den die Menschen für ihre Freizeitaktivitäten nutzen. Andere angeln im Kanal, einige nutzen ihn zum Schwimmen, das Wasser wirkt ähnlich sauber, wie in unseren Baggerseen. Hinter dem Grünstreifen sind Einkaufszentren, Kliniken, Hochhäuser - alles relativ neu und modern - dazwischen dier Pagoda of Cishou Tempel. Am nördlichen Ende mündet der Kanal in einen See. Dieser ist Teil der Parkanlage die zum "Summer Palace" gehört. Leider bin ich zu spät unterwegs und da mir eine freundliche Polizistin doch noch kurz Eintritt gewährt, kann ich noch ein paar Fotos machen. Der Palast und seine Anlage wurde uns bereits als Sehenswürdigkeit empfohlen und wohl nicht nur uns, denn im Umfeld gibt es mehrere große Busparkplätze und auch noch einige klassisch Ritschkas.

So umrunde ich die Anlage und fahre auf der Rückseite des Parks wieder in Richtung Süden. Direkt am Park stehen noch ein paar einfach, aber gepflegte Häuser. Ein paar hundert Meter später werden aus den Häusern Baracken, die Strasse mehr ein Weg, gesäumt von Schlaglöchern. Ich muß gestehen, in dieser Gegend würde ich jetzt nicht in der ersten Strassenkneipe - der Name beschreibt das Ganze 100% treffend: ein paar Stühle neben der Strasse - zu Mittag essen. Mehrere Billiardtische stehen links und rechts der Strasse im Freien, ein paar Kinder spielen im Dreck, beim Blick in die Hinterhöfe drängt sich das Wort "Slum" als Bezeichnung auf. Das Wasser im Bach neben der Strasse ist trüb. Nach ein paar Minuten habe ich diese Gegend hinter mir gelassen und ich fahre am Fuß der Yu Quan Hügel auf denen sich die Yu Feng Pagode befindet entlang und lande jetzt im Grünen - zumindest ein paar Kilometer wechseln sich Felder, Wiesen, Baumzuchtanlagen und dazwischen wieder moderne Wohnanlagen ab. Langsam komme ich wieder zurück in die Stadt und ich gelange wohl zur "Autostrasse", an der sich ein Automobilhersteller an den nächsten reiht, alle mit moderner Architektur, Audi sieht in China aus wie Audi eben wohl überall auf der Welt aussieht.
Noch einmal fahre ich entlang eines Kanals, der allerdings kein Wasser führt und hinter dem sich ein Wald erstreckt. Auf der linken Seite ist wieder eine umzäunte, bewachte, neu Wohnanlage. Als ich endgültig in der Stadt bin, kommt nach einer Reihe nicht ganz aktueller Hochhäuser und Einkaufsmärkten die nächste Überraschung. Hier hat der Bulldozer zugeschlagen und ein ganzes Viertel platt gemacht. Im hinteren Eck und an einem Ende sind noch alte Häuser zu sehen, die wohl einmal das ganze Areal von ca. 500 auf 500 Meter bedeckt hatten, von ihnen ist aber nur noch eine Trümmerwüste übrig. Das dürfte wohl eine der berüchtigten chinesischen Zwangsumsiedlungsaktionen gewesen sein. Kurz danach komme ich zur Hauptstrasse, die parallel zur U-Bahnlinie 1 verläuft. Von hier sind es nur noch 2 Kilometer nach Hause und somit endet meine Fahrradtour nach gut 2-1/2 Stunden.
Gestern haben wir uns gemeinsam die Opening Cermony angeschauft. Ich muss zugeben, dass einige der Effekte doch recht beeindruckend waren, eine abrollbare Videowall habe ich so noch nicht gesehen.... Während dann die endlosen Nationen einmarschieren, gabs einen gemütlichen Plausch auf dem Balkon, um sich am Ende noch die Fackelentzündung und das finale Feuerwerk anzusehen, von dem wir uns fast etwas mehr erwartet hätten. Was sie auch nicht geschafft haben: es hat immer noch Smog. Jeder Versuch, ins Wettergeschehen einzugreifen war nicht von Erfolg geprägt. Ohne entsprechende Wolken gibt es auch in China trotz Silberjodid keinen Regen und damit war die Dunstglocke über der Stadt in den letzten Tagen dicht wie eh und je. Eben noch eines der Versprechen, aus denen nichts geworden ist....
Ansonsten ereignet sich hier nicht all zu viel. Wir warten nach wie vor auf die Arbeit, meine heutige Tagesleistung könnte man auf 2 Minuten zusammenfassen, wofür ich inzwischen 6 Stunden anwesend bin. Das führt micht doch gleich zum Schluss, dass ich hiermit dringend Feierabend und mich auf den Heimweg machen sollte, was natürlich zur Folge hat, dass dieser Reisebericht für heute hier endet, denn zu Hause habe ich ja keine Zeit zum Schreiben ;-)
So jetzt kam mir auf dem Heimweg die Idee den Beijing International Sculpture Park, der auf dem Weg liegt, zu besuchen. Eine nette Grünanlage mit Skulpturen nationaler und internationaler Künstler, der etwas zum Bummeln, Entspannen und Verweilen einlädt. Kritische Kunst findet man erwartungsgemäß nicht, trotzdem ein interessanter Rundgang.
Nie hau - Moses
P.S.: Hab heute (SO) die Rechtschreibfehler von gestern (SA) ausgebessert... Wer schreibt den so einen Stuss zusammen?!
Letzte Änderung: 10.08.2008 um 12:16 von Moses
ZurückKommentare:
Kommentar hinzufügen
